Antriebslosigkeit bei Kindern: Ursachen & Hilfe für Eltern

24. Januar 2026
Constanze Potthast
AntriebslosigkeitMotivationErziehungElternberatungSchulstressPsychische Gesundheit

Dein Kind wirkt antriebslos? Erfahre, wie du die Signale richtig deutest und dein Kind einfühlsam begleitest, um wieder gemeinsam mehr Energie zu finden.

Vielleicht kennst du das: Dein Kind liegt stundenlang auf dem Sofa, starrt an die Decke oder in das Smartphone, und jede Aufforderung, etwas zu unternehmen, prallt einfach ab. Antriebslosigkeit bei Kindern und Jugendlichen ist für viele Eltern eine große Herausforderung.

Es ist schwer mitanzusehen, wenn die einstige Neugier und Lebensfreude einer bleiernen Schwere weichen. Oft schwingt bei uns Erwachsenen die Sorge mit, ob wir etwas falsch gemacht haben oder ob mehr dahintersteckt als nur eine vorübergehende Phase.

Key Takeaways auf einen Blick

  • Antriebslosigkeit ist oft ein Schutzmechanismus der Seele vor Überforderung.
  • Druck und Vorwürfe bewirken meist das Gegenteil und führen zu mehr Rückzug.
  • Struktur und kleine, bewältigbare Ziele geben dem Alltag wieder Halt.
  • Eine professionelle Begleitung hilft dabei, emotionale Blockaden sanft zu lösen.

Warum der Antrieb im Alltag verloren geht

Wenn wir von Antriebslosigkeit sprechen, meinen wir nicht das gesunde Bedürfnis nach einer Pause nach einem langen Schultag. Es geht um einen Zustand, in dem die innere Kraftquelle versiegt zu sein scheint.

Dein Kind möchte vielleicht sogar aktiv werden, findet aber einfach nicht den sprichwörtlichen Startknopf. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Oft ist es eine Reaktion auf eine Welt, die immer schneller und fordernder wird. Leistungsdruck, soziale Spannungen oder auch die Suche nach der eigenen Identität können dazu führen, dass das System "Kind" in den Energiesparmodus schaltet. Wenn die Anforderungen der Außenwelt nicht mehr mit den inneren Ressourcen übereinstimmen, entsteht eine Blockade.

In manchen Fällen kann sich daraus eine Phase entwickeln, die über das normale Maß hinausgeht und als depressive Verstimmungen wahrgenommen wird. Hier ist es wichtig, genau hinzuschauen und das Kind nicht mit seinen Gefühlen allein zu lassen.

Den Unterschied verstehen: Erschöpfung oder Blockade?

Es ist hilfreich, sich anzuschauen, wie sich der Zustand äußert. Es gibt Tage, da ist jeder von uns einfach nur müde. Aber echte Antriebslosigkeit sitzt tiefer. Sie betrifft nicht nur den Körper, sondern auch den Willen und die Freude an Dingen, die früher wichtig waren.
Merkmal Vorübergehende Müdigkeit Anhaltende Antriebslosigkeit
Regeneration Bessert sich nach Schlaf/Wochenende Gefühl der Leere bleibt trotz Ruhe
Interessen Hobbys machen weiterhin Spaß Frühere Hobbys werden aufgegeben
Soziale Kontakte Freunde treffen ist eine Kraftquelle Rückzug und Isolation nehmen zu
Stimmung Schwankend, aber auch fröhlich Dauerhaft gedrückt oder gleichgültig

Der Teufelskreis aus Druck und Rückzug

Als Eltern neigen wir dazu, motivieren zu wollen. Wir schlagen tolle Unternehmungen vor, erinnern an Hausaufgaben oder werden im schlimmsten Fall laut, weil wir die Passivität nicht mehr ertragen.

Doch bei echter Antriebslosigkeit wirkt Druck wie ein Verstärker. Das Kind spürt die Erwartung, kann sie nicht erfüllen und fühlt sich dadurch noch unfähiger. Dieses Gefühl des Versagens führt zu weiterem Rückzug. Stattdessen ist es sinnvoll, das Selbstbewusstsein zu stärken, indem man den Fokus auf das lenkt, was noch gelingt – und sei es nur das gemeinsame Decken des Tisches oder ein kurzes Gespräch über ein liebstes Videospiel. Es geht darum, die Verbindung zu halten, ohne Bedingungen an das Verhalten zu knüpfen. Dein Kind muss spüren, dass es auch dann wertvoll ist, wenn es gerade keine Leistung erbringt.
📅

Lass uns gemeinsam einen Weg finden

In einem ersten Gespräch finden wir heraus, wie ich dich und dein Kind unterstützen kann, wieder mehr Energie in den Alltag zu bringen.

Termin vereinbaren →

Schule als Energiefresser

Ein wesentlicher Faktor für Antriebslosigkeit ist oft der Bereich Schule. Wenn ein Kind das Gefühl hat, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, oder wenn soziale Konflikte den Schulalltag belasten, wird jeder Morgen zum Kampf.

Die Energie wird komplett für das "Überleben" in der Schule aufgebraucht, sodass für Freizeit oder Hobbys nichts mehr übrig bleibt. Eine gezielte Hilfe bei Schulstress kann hier ein wichtiger Hebel sein, um den inneren Druck zu mindern und wieder Kapazitäten für Freude freizusetzen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Antriebslosigkeit auch eine Form von Streik sein kann – ein unbewusster Protest gegen ein System, das sich für das Kind nicht mehr stimmig anfühlt.

Hier gilt es, gemeinsam hinzuschauen: Was braucht mein Kind wirklich, um sich wieder sicher und handlungsfähig zu fühlen?

Kleine Schritte führen zum Ziel

Um aus der Starre herauszukommen, braucht es keine großen Sprünge. Oft hilft es, den Tag in sehr kleine Einheiten zu strukturieren.
  • Gemeinsame Mahlzeiten ohne Ablenkung durch Medien.
  • Ein kurzer Spaziergang, auch wenn er nur fünf Minuten dauert.
  • Feste Aufsteh- und Schlafenszeiten, um den Biorhythmus zu stabilisieren.
  • Das Feiern kleinster Erfolge, um das Belohnungssystem wieder zu aktivieren.
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Gefühl der Ohnmacht zu verringern. Wenn ein Kind merkt, dass es wieder Einfluss auf seinen Tag hat, kehrt oft auch ein Stück des Antriebs zurück.

Es ist ein Prozess, der viel Geduld erfordert, aber jeder noch so kleine Schritt zählt.

Professionelle Unterstützung nutzen

Manchmal stoßen wir als Eltern an unsere Grenzen. Das ist vollkommen okay und kein Zeichen von Schwäche.

Als Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie unterstütze ich dich und dein Kind dabei, die Hintergründe der Antriebslosigkeit zu erforschen. In meiner Arbeit schaue ich nicht nur auf das Symptom, sondern auf das gesamte Familiensystem und die individuellen Bedürfnisse deines Kindes. Wir arbeiten daran, die inneren Blockaden sanft zu lösen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Das Ziel ist es, dass dein Kind wieder Zugang zu seinen eigenen Stärken findet und lernt, mit Phasen geringerer Energie umzugehen, ohne darin zu versinken.

Wenn du merkst, dass die Situation euch als Familie belastet, lass uns ins Gespräch kommen. Gemeinsam können wir schauen, wie wir die Leichtigkeit zurück in euren Alltag holen.
Constanze Potthast

Constanze Potthast

Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie

Als Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie begleite ich Kinder, Jugendliche und ihre Familien durch schwierige Zeiten. Mit langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendtherapie schaffe ich einen geschützten Raum, in dem jedes Kind die Unterstützung bekommt, die es braucht.

Kinder- und JugendtherapieAngststörungenSchulangstGruppentherapie