Pubertät und Identitätsfindung: Dein Kind begleiten
22. Januar 2026
Constanze Potthast
PubertätIdentitätsfindungElternberatungJugendlicheErziehungstippsPersönlichkeitsentwicklung
Die Pubertät ist eine Zeit des Umbruchs. Erfahre, wie du dein Kind bei der Suche nach sich selbst unterstützt und die Kommunikation aufrechterhältst.
Plötzlich ist alles anders. Die vertrauten Gespräche am Küchentisch weichen einsilbigen Antworten und die Tür zum Kinderzimmer bleibt öfter geschlossen als sonst. Dein Kind steckt mitten in der Pubertät, einer Phase, die oft als anstrengend wahrgenommen wird, aber eigentlich ein wunderbarer Aufbruch ist. Es ist die Zeit, in der aus Kindern junge Erwachsene werden, die ihren eigenen Platz in der Welt suchen. Diese Suche nach der eigenen Identität ist ein komplexer Prozess, der sowohl für die Jugendlichen als auch für dich als Elternteil viele Fragen aufwirft. Es geht darum, sich von den Eltern abzugrenzen, eigene Werte zu finden und herauszufinden, wer man eigentlich sein möchte.
Dabei spielen Gleichaltrige eine zentrale Rolle. Die Orientierung an der Peergroup gibt den Jugendlichen den nötigen Halt, während sie sich emotional von der Familie lösen. Es ist ein Balanceakt zwischen der Zugehörigkeit zu einer Gruppe und der Entwicklung einer einzigartigen Persönlichkeit. Oft führt dieser Prozess auch zu Konflikten im schulischen Umfeld. Wenn der Fokus so stark auf der inneren Entwicklung liegt, sinkt manchmal die Motivation für schulische Leistungen. Es kann zu einem Gefühl der Überforderung kommen, das sich in Schulstress und Unwohlsein äußert. Hier ist es entscheidend, den Druck herauszunehmen und den Blick auf die persönlichen Stärken des Kindes zu lenken, anstatt nur auf die Noten zu schauen.
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In solchen Momenten ist es wichtig, frühzeitig hinzusehen und das Gespräch zu suchen, ohne das Kind zu drängen. Die Grenzen zwischen normalem pubertärem Weltschmerz und einer tieferen emotionalen Krise sind manchmal fließend.
Gemeinsam können wir Wege finden, wie die Kommunikation in der Familie wieder besser gelingt und wie dein Kind diese spannende Zeit der Identitätsfindung für sein persönliches Wachstum nutzen kann. Vertrauen ist hierbei die Basis für jede Veränderung.
Key Takeaways für dich
- Identitätsfindung ist ein natürlicher Entwicklungsschritt und kein Zeichen von Rebellion gegen dich persönlich.
- Geduld und aktives Zuhören sind wichtiger als fertige Lösungen oder Ratschläge.
- Die Abgrenzung von den Eltern dient dem Aufbau eines eigenen Selbstwertgefühls.
- Emotionale Unterstützung hilft deinem Kind, diese stürmische Phase sicher zu durchlaufen.
Was in der Pubertät wirklich passiert
In dieser Lebensphase findet ein massiver Umbau im Gehirn statt. Es ist fast so, als würde eine Großbaustelle eröffnet, bei der alte Verbindungen gelöst und neue geknüpft werden. Das erklärt, warum Jugendliche oft impulsiv reagieren oder Schwierigkeiten haben, die Folgen ihres Handelns abzuschätzen. Die Identitätsfindung ist dabei der rote Faden. Dein Kind stellt sich Fragen wie: Wer bin ich? Was kann ich? Wo gehöre ich hin? Dieser Prozess erfordert viel Energie und führt oft zu einer Achterbahn der Gefühle. Es ist wichtig zu verstehen, dass dieser Rückzug oder das Hinterfragen von Regeln kein Angriff auf deine Erziehung ist. Vielmehr ist es die notwendige Voraussetzung dafür, ein eigenständiger Mensch zu werden. In dieser Zeit ist die Förderung der emotionalen Intelligenz besonders wertvoll. Wenn Jugendliche lernen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und zu benennen, können sie den inneren Druck besser regulieren. Es hilft ihnen, die Unsicherheit, die mit der Identitätssuche einhergeht, besser auszuhalten. Als Elternteil kannst du hier ein Vorbild sein, indem du deine eigenen Gefühle transparent machst, ohne dein Kind damit zu belasten.Die Suche nach dem eigenen Ich
Die Identitätsfindung geschieht nicht über Nacht. Es ist ein Ausprobieren verschiedener Rollen. Heute ist es vielleicht ein neuer Kleidungsstil, morgen eine völlig neue Meinung zu einem Thema, das bisher gar keine Rolle spielte. Diese Experimente sind wichtig, um herauszufinden, was sich stimmig anfühlt.Dabei spielen Gleichaltrige eine zentrale Rolle. Die Orientierung an der Peergroup gibt den Jugendlichen den nötigen Halt, während sie sich emotional von der Familie lösen. Es ist ein Balanceakt zwischen der Zugehörigkeit zu einer Gruppe und der Entwicklung einer einzigartigen Persönlichkeit. Oft führt dieser Prozess auch zu Konflikten im schulischen Umfeld. Wenn der Fokus so stark auf der inneren Entwicklung liegt, sinkt manchmal die Motivation für schulische Leistungen. Es kann zu einem Gefühl der Überforderung kommen, das sich in Schulstress und Unwohlsein äußert. Hier ist es entscheidend, den Druck herauszunehmen und den Blick auf die persönlichen Stärken des Kindes zu lenken, anstatt nur auf die Noten zu schauen.
Lass uns gemeinsam daran arbeiten
In einem ersten Gespräch können wir gemeinsam herausfinden, wie ich dir und deinem Kind am besten helfen kann.
Herausforderungen und Veränderungen verstehen
Um die Dynamik dieser Jahre besser greifen zu können, hilft oft ein Blick auf die typischen Verhaltensweisen und deren eigentliche Bedeutung. In der folgenden Tabelle siehst du, wie sich die Suche nach Identität im Alltag zeigen kann.| Verhalten des Jugendlichen | Mögliche Bedeutung im Prozess |
|---|---|
| Starkes Bedürfnis nach Privatsphäre | Schutzraum für die eigene Gedankenwelt und Selbstreflexion |
| Kritik an elterlichen Werten | Prüfen, ob diese Werte auch für das eigene Leben passen |
| Übermäßige Beschäftigung mit dem Aussehen | Suche nach einer äußeren Identität und Akzeptanz |
| Häufige Stimmungsschwankungen | Reaktion auf die hormonellen und neuronalen Umbrüche |
Wie du dein Kind unterstützen kannst
Der wichtigste Anker für Jugendliche ist das Wissen, dass sie bedingungslos geliebt werden, auch wenn sie sich gerade schwierig verhalten. Du musst nicht jedes Verhalten gutheißen, aber du solltest die Person dahinter immer wertschätzen. Ein stabiles Fundament ist entscheidend, um das Selbstbewusstsein zu stärken. Ein Jugendlicher, der sich seiner selbst sicher ist, wird weniger anfällig für negativen Gruppendruck und kann seine Identität freier entfalten. Kommunikation ist der Schlüssel, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als würdest du gegen eine Wand reden. Versuche, keine Verhöre zu führen. Offene Fragen und echtes Interesse an der Welt deines Kindes bewirken oft mehr als gut gemeinte Ratschläge. Manchmal reicht es auch, einfach nur präsent zu sein, ohne zu reden. Dein Kind muss wissen, dass die Tür immer offen steht, wenn es bereit ist, sich mitzuteilen. Es gibt Phasen, in denen die Belastung für alle Beteiligten sehr groß wird. Wenn du merkst, dass sich dein Kind über einen längeren Zeitraum sehr stark zurückzieht oder dauerhaft bedrückt wirkt, können depressive Verstimmungen dahinterstecken.In solchen Momenten ist es wichtig, frühzeitig hinzusehen und das Gespräch zu suchen, ohne das Kind zu drängen. Die Grenzen zwischen normalem pubertärem Weltschmerz und einer tieferen emotionalen Krise sind manchmal fließend.
Wann professionelle Begleitung helfen kann
Die Pubertät ist keine Krankheit, sondern eine Entwicklungsphase. Dennoch kann es Situationen geben, in denen externe Unterstützung für Entlastung sorgt. Wenn die Konflikte innerhalb der Familie eskalieren oder du das Gefühl hast, keinen Zugang mehr zu deinem Kind zu finden, kann ein neutraler Blick von außen sehr hilfreich sein. Als Heilpraktikerin beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie biete ich einen geschützten Raum, in dem Jugendliche ihre Sorgen teilen können, ohne bewertet zu werden. In der Begleitung geht es darum, die eigenen Ressourcen zu entdecken und Strategien zu entwickeln, um mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens umzugehen. Es geht nicht darum, das Kind zu reparieren, sondern es in seiner Einzigartigkeit zu bestärken.Gemeinsam können wir Wege finden, wie die Kommunikation in der Familie wieder besser gelingt und wie dein Kind diese spannende Zeit der Identitätsfindung für sein persönliches Wachstum nutzen kann. Vertrauen ist hierbei die Basis für jede Veränderung.
